Gastbeitrag: Fotografieren mit Langzeitbelichtung leicht gemacht

Lissabon abends. Foto: Blaß
Lissabon abends. Foto: Blaß

Dies ist ein Gastbeitrag der dealbunny.de GmbH & Co. KG


Fotos von Straßenlichtern in der Dunkelheit sind beeindruckend, besonders wenn die Technik der Langzeitbelichtung angewendet wird. Mit ein wenig Experimentierfreude gelingt die Langzeitbelichtung auch Hobbyfotografen. Spezielle Smartphone-Apps ermöglichen zudem spontane Aufnahmen mit dem besonderen Belichtungseffekt.

Professionelle Fotografen sprechen ab etwa ab einer halben Sekunde Verschlusszeit von einer Langzeitbelichtung. Aber es ist nicht unüblich, geeignete Motive auch über mehrere Minuten zu belichten – abhängig vom gewünschten Effekt. Langzeitbelichtungen erfüllten ursprünglich den Zweck, auch bei geringem Licht fotografieren zu können. Doch mit der heutigen Technik rückt der künstlerische Aspekt immer mehr in den Fokus der Langzeitbelichtung.

Bildwirkung – ganz verschieden, aber immer beeindruckend

Wer kennt sie nicht? Ausdrucksstarke Bilder von nächtlichem Stadtverkehr, in denen die Straßen leuchtende Streifen sind. Oder ein Foto der Silvesternacht voll strahlender Raketen, die wie Vulkane aus der Erde schießen? Diesen Effekt nennt man Lightpainting. Übersetzt bedeutet das: Malen mit Licht. Und genauso wirken Bilder mit Langzeitbelichtung: Einzelne Lichtpunkte verschwimmen und bilden farbintensive Flächen, die wir in der realen Welt nicht oder nur flüchtig wahrnehmen können.

Silvesterfeuerwerk in Köln. Foto: Blaß
Silvesterfeuerwerk in Köln. Foto: Blaß

Besonders vorteilhaft wirkt sich Lightpainting durch Langzeitbelichtung in der Dunkelheit der Nacht aus. Die glänzenden Lichter der Stadt setzen dann einen scharfen Kontrast zum schwarzen Himmel. Wie mit einem Pinsel gemalt, erstrahlt die Lichtspur der Straße auf dem späteren Foto. Für eine Langzeitbelichtung bei Tageslicht empfiehlt sich ein Graufilter, der eine Überbelichtung verhindert. Besonders Wasser und im Wind rauschende Bäume versprechen ungewohnte Effekte mit einer Langzeitbelichtung. Bewegungsabläufe können so in ihrer Gesamtheit dargestellt werden.

Die richtige Technik – einfacher als gedacht

Neben einer Kamera, die manuell einstellbar ist, sind Stativ und ein zeitversetzter Auslöser die wichtigsten Begleiter. Die Blendenzahl und die Verschlusszeit müssen bei der Langzeitbelichtung manuell eingestellt werden. Wird ein Stativ benutzt, sollte der ISO Wert sehr niedrig (um die 100) sein. Damit wird die Lichtempfindlichkeit des Sensors reduziert.

Kirmes in Köln. Foto: Blaß
Kirmes in Köln. Foto: Blaß

In der Stadt wird der Autofokus die Lichtquellen automatisch fokussieren. Problematischer ist es in ländlichen Gebieten, wo die Sterne die einzigen Lichtquellen bilden. Hier kann eine Taschenlampe der Kamera den Fokus weisen. Der Lichtkegel sorgt nebenbei für einen ausdrucksstarken Effekt.

Blende und Verschlusszeit: Probieren geht über Studieren

Mit der Blendeneinstellung lohnt es sich zu experimentieren. Für eine gute Objektivleistung sollte eine Blende zwischen f/8 und f/16 gewählt werden. Spannende Effekte bietet aber auch eine sehr kleine Blendenöffnung, um die f/20, denn diese führt zu sternenförmigen Lichtquellen. Je länger die Verschlusszeit gewählt wird, desto stärker werden verschwommene Effekt sichtbar. Wenn alle nötigen Rädchen an der Kamera in die richtige Position gebracht wurden heißt es: Blitz und Live View ausschalten, zeitversetzen Auslöser aktivieren und verschiedene Einstellungen ausprobieren.

Langzeitbelichtung mit praktischen Apps

Spontan ein vielversprechendes Motiv für die Langzeitbelichtung entdeckt? Nur die wenigsten haben stets eine Spiegelreflexkamera zu Hand. Das Smartphone ist da schon eher griffbereit – und mit entsprechenden Apps ist eine Langzeitbelichtung auch mit der Handy-Kamera möglich. Für Smartphones mit dem Android-Betriebssystem lässt sich die App LenX kostenlos installieren. Die schlanke Anwendung kommt mit schlichter Bedienung und ermöglicht es, die Belichtungszeit individuell einzustellen. Mehr Optionen bietet die App Camera FV-5 Lite. Mit ihr lassen sich außer der Verschlusszeit noch viele weitere manuelle Einstellungen an der Handykamera vornehmen. Zudem kann mit der Anwendung das Bild im Nachhinein bearbeitet werden. In der kostenlosen Version ist die Bildauflösung allerdings auf 640 * 480 Pixel begrenzt.

Langzeitbelichtung auf der Autobahn
Langzeitbelichtung auf der Autobahn

Apple-Besitzer können die App Slow Shutter Cam nutzen. Sie bietet eine manuelle Regelung der einzelnen Kamerafunktionen des iPhones an. Allerdings muss man für die Nutzung der App mit der Funktionslogik der verschiedenen Einstellungen von Blende und Co bereits vertraut sein, um die gewünschten Effekte zu erhalten. Auch diese App ist kostenlos. Darüber hinaus ermöglicht die Slow Shutter Cam verschiedene Auflösungsgrößen und eine nachträgliche Bildbearbeitung.

Anders funktioniert die Anwendung LongExpo. Das Bild wird zunächst unscharf aufgenommen und kann im zweiten Schritt bearbeitet werden. So können einzelne Bereiche der Bildkomposition, etwa der Vordergrund, wieder scharf gestellt werden, während die Wolken am Himmel weiterhin unscharf erscheinen.

Fazit: Langzeit-Fotografie für jedermann

Die Apps eignen sich ideal als Einstieg für Hobbyfotografen, die an Bildern mit Langzeitbelichtung interessiert sind. Allerdings können Smartphones mit den Objektiven hochwertiger Kameras nicht mithalten. Wer Gefallen an der Lightpainting-Technik gefunden hat, erkennt, dass die kleinen Displays den ausdrucksstarken Fotos nicht gerecht werden. Warum die schönsten Bilder dann nicht großformatig ausdrucken und als persönliche Wanddeko nutzen? Gutscheine im Bereich Foto & Druck von gutscheinbunny ermöglichen ein preiswertes Testen der verschiedenen Anbieter und Fotoprodukte.

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